Zahlreiche Seminare und Veranstaltungen werden aufgrund der aktuellen Situation abgesagt. Trainer/innen und Coachs sind sowohl als Auftragnehmer/innen als auch als Auftraggeber/innen betroffen.

Fragen die sich in diesem Zusammenhang stellen:

- Können Selbständige eine Entschädigung für entgangenen Umsatz erhalten?

Das Infektionsschutzgesetz sieht eine Entschädigung vor (§56 IfSG). Das macht allerdings nicht sehr viel Mut, denn die Entschädigung wird nur gezahlt, wenn einer Person konkret untersagt wird, tätig zu sein.

Das bedeutet die Person darf nicht selbst erkrankt sein, aber auf behördliche Anordnung in Quarantäne gesteckt werden.

Hier finden Sie einen ausführlichen Artikel zum Thema.

Derzeit werden allerdings Veranstaltungen jeglicher Art abgesagt. Es gibt keine bundesweit einheitliche Regelung. Die Bundesländer geben unterschiedliche Anweisungen, hinzu kommen noch die Regelungen einzelner Gemeinden.

Zur Rechtslage hat unser Rechtsanwalt Dr. Achim Zimmermann ein Schaubild erstellt. Im Ergebnis kann man sagen, dass man sich nach den geschlossenen Verträgen richten muss.

Werden Veranstaltungen „freiwillig“ abgesagt, so gelten die normalen Stornobedingungen. Inzwischen werden Veranstaltungen allerdings von Amts wegen untersagt. Die Stadt Köln hat eine „Allgemeinverfügung“ herausgegeben.

Nach dieser werden jegliche Veranstaltungen und Vorträge untersagt. Ob dieser Zustand nun als „höhere Gewalt“ interpretiert werden kann, ist unklar. Sollte dies der Fall sein, so gehen leider alle Beteiligten leer aus.

Darf man sich der Anordnung widersetzen?

Das Infektionsschutzgesetz sieht bei Zuwiderhandlungen gegen Allgemeinverfügungen eine Geld- oder Freiheitsstrafe vor (§75 IfSG).

Wie kann man Kosten einsparen?

Einige Unternehmen lassen eine kostenfreie Stornierung von Flügen zu. Auch die Deutsche Bahn bietet bei Veranstaltungen, die wegen des Coronavirus abgesagt werden, eine besondere Kulanzregelung für Tickets, die bis einschließlich 13.03.2020 gekauft wurden.

Deutsche Rentenversicherung Bund

Trainer/innen, die Beiträge an die Rentenversicherung zahlen, könnten diese ab dem kommenden Monat einstellen oder reduzieren. Betroffene sollten ihre Einzugsermächtigung widerrufen und entweder mit dem Fragebogen V0020 oder formlos melden, dass sie bis auf Weiteres keine Gewinne erzielen werden.

Gesetzliche Krankenversicherung

Bei einem Gewinneinbruch von 25% kann der Krankenkassenbeitrag ab dem kommenden Monat reduziert werden. Der Umsatzeinbruch muss nachgewiesen werden, zum Beispiel über eine aktuelle BWA (Betriebswirtschaftliche Auswertung).

Private Krankenversicherung

Hier gibt es leider keine pauschale Möglichkeit, die Beiträge zu reduzieren, da diese nicht vom Einkommen abhängen.

Durch Umstrukturierung Ihres individuellen Tarifes könnte eine Beitragsersparnis erzielt werden. Diese sollte aber wohl überlegt sein, da dies häufig auch mit Leistungseinbußen einher geht.  

Eventuell kann die Krankenversicherung den Beitrag für eine gewisse Zeit stunden. Sprechen Sie hierzu Ihre Krankenversicherung direkt an.

Steuern

Ab sofort können Steuerstundungen bei den zuständigen Finanzämtern beantragt oder Vorauszahlungen herabgesetzt werden. Zudem verzichtet die Finanzverwaltung auf Säumniszuschläge und Vollstreckungsmaßnahmen bis zum 31.12.2020. Einige Länder fordern, dass Finanzämter auch auf eine Verzinsung verzichten. Derzeit läuft eine Abstimmung mit den einzelnen Bundesländern und dem Bundesfinanzministerium.

Wir halten Sie gern weiterhin auf dem Laufenden...